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Chronik PRO1860 PDF Drucken E-Mail

Wie alles begann

Eigentlich begann alles mit einer „dummen“ Idee im Löwenforum. Irgendwann hatte ein Nutzer die Frage gestellt: „Warum gründen wir nicht eine Fanorganisation?“

Und so trafen sich am 23. November 2005 über 100 Löwenfans jeden Alters im Nebenzimmer des „Schinken-Peter“ in München-Giesing um diese Idee in die Tat umzusetzen. Nach langen Diskussionen, so manchen Einwänden und vielen Ideen beschlossen wir, einen Verein mit dem Namen PRO1860 – Einmal Löwe - immer Löwe zu gründen, der die unorganisierten Fans repräsentieren und damit ein Pendant zur Arbeitsgemeinschaft der Fanclubs bilden sollte. Wir einigten uns auch auf ein Kurzprogramm, in dem neben der Wiedervereinigung der Kurve u.A. auch der Erhalt des Sechzgerstadions gefordert wurde und in dem man z.B. organisierte Auswärtsfahrten und die Vermittlung zwischen Fans, Polizei und Ordnern versprach.

Binnen kürzester Zeit konnten wir mehrere hundert Unterstützer werben, so dass wir darin bestätigt wurden weiter zu machen. In der Folgezeit schrieben wir Briefe an die Verantwortlichen des TSV München von 1860 und stellten uns und unsere Ziele vor. Nun ging alles relativ schnell: Wir führten Gespräche mit der Fanbeauftragten, mit dem Abteilungsleiter, mit dem Vizepräsidenten und mit vielen, vielen Fans. Wir bewarben uns um die Übernahme eines der beiden riesigen FESTINA-Trikots und lernten dabei einen salomonischen Manfred Stoffers kennen, der „eines der Arge und eines PRO1860“ zusprach. Man begann uns wahrzunehmen.

Am 4. Februar 2006 schließlich wurde das Kind PRO1860 offiziell aus der Taufe gehoben. Bei der Gründungsversammlung im inzwischen leider nicht mehr existierenden „Herzog’s“ in Schwabing gründeten rund 30 Interessierte den Verein und wählten Steffen Kläne zum 1. und Alexander Steinebrunner zum 2. Vorsitzenden. Daniel Graßold wurde Kassier, Barbara Rieger Schriftführerin. Als Kassenprüferinnen wurden Petra Wagenbüchler und Andrea Rieger bestimmt, und als Beisitzer stellten sich Andreas diBiasio, Arnold Geißler, Marius Glombitza, Benno Gruber, Michael Neiser und Sandra Nierlich zur Verfügung. Die Letztgenannten bildeten mit dem Vorstand die sogenannte „1. Reihe“, die sich auf der neuen Homepage als Ansprechpartner präsentierten.

Am 6. Februar 2006 stellten wir uns mit einem Infostand in der Allianz Arena vor und warben weitere Mitglieder. Die Gründung und die Resonanz bei den Fans wurden am 17. Februar 2006 mit einem legendären Fest im „Herzog’s“ gefeiert, das von Stefan Markt super organisiert wurde.

Wie es dann weiterging

Jetzt aber ging die Arbeit erst so richtig los. Schon vor der eigentlichen Gründung hatten wir begonnen, Kandidaten für die Delegiertenwahl bei der bald anstehenden Abteilungsversammlung zu suchen. Unser Ziel war es, eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Arbeitsgemeinschaft zu verhindern. Obwohl viele uns Nahestehende aus dem Verein ausgetreten oder erst kürzlich wieder eingetreten waren, brachten wir 125 Personen zusammen, die fünf Jahre oder länger Mitglied beim TSV München von 1860 waren, und schlugen diese auf verschiedenen Listen vor. Dabei half uns auch der Anteile-Verkauf an den Stadionpartner, gegen den wir vehement protestierten, was uns weitere Sympathisanten einbrachte.

Bei der Abteilungsversammlung ging es hoch her. Zunächst wählte die Mehrheit der Anwesenden Rainer Volkmann als Versammlungsleiter ab, und Franz Hell übernahm seinen Part. Mehrere unserer Anträge – z.B. der auf alphabetische Abstimmung – gingen durch, so dass wir langsam optimistisch wurden. Das Wahlergebnis überraschte schließlich nicht nur uns: Alle 125 Kandidaten wurden zu Delegierten gewählt! Und wenn wir mehr Kandidaten gefunden hätten, hätten wir wohl selbst eine Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht...

Zwischenzeitlich hatten wir, wie versprochen, die ersten Busse für Auswärtsfahrten organisiert, den ersten Stammtisch abgehalten, Kontakte mit anderen Fanclubs und Fanorganisationen geknüpft und uns mehrmals getroffen, um Arbeitsgruppen zu gründen und um die anstehende Präsidenten- und Aufsichtsrats-Wahl zu besprechen.

Leider begann jetzt ein Hauen und Stechen. Dank der Mehrheit in der Delegiertenversammlung beschlossen wir, Präsidiumsmitglieder und Aufsichtsräte vorzuschlagen. Mehrmals wurden vorgeschlagene Personen abgelehnt – weil sie zu kurz Mitglied im Verein waren, weil sie gar nicht Mitglieder waren, weil sie nicht vermittelbar wären usw. Aus dringend notwendigen Gründen wählte man bei der anstehenden Mitgliederversammlung von PRO1860 Hans Vonavka zum Pressesprecher von PRO1860, der restliche Vorstand blieb im Amt.

Auf der Delegiertenversammlung am 23. Oktober 2006 in der Löwen-Lounge der Allianz Arena sollte der Aufsichtsrat neu gewählt werden, aber diese Wahl fand de facto nicht statt. Mit dem inzwischen berühmten Satz: „Liebe Delegierte, wir haben ein Problem!“ erläuterte der damalige Präsident Albert Lehner, dass man die Einladung zu spät versandt habe und dass deshalb die Versammlung, weil nicht vollzählig, nicht beschlussfähig sei. Für die verspätete Einladung übernahm Vizepräsident Wolfgang Hauner die Verantwortung. Alfred Lehner berichtete über die Arbeit einer Satzungskommission (!), und Rainer Volkmann warf PRO1860 vor, sich „die Wahl erschlichen“ zu haben. Oberbürgermeister Christian Ude und Monika Hohlmeier versuchten die Wogen in der anschließenden Diskussionsrunde zu glätten, aber nun war es offensichtlich: PRO1860 hatte es gewagt, an den bestehenden Strukturen zu rütteln und die Strukturen wehrten sich mit allen Mitteln dagegen.

Die außerordentliche Delegiertenversammlung zur Aufsichtsratswahl am 2. Dezember 2006 sollte am Nockherberg stattfinden. Mit Spannung wurde erwartet, ob PRO1860 wirklich die Mehrheit haben würde. Bereits im Vorfeld mahnten einige Redner zur Mäßigung. Dass wir die Mehrheit der Delegierten stellten, zeigte sich spätestens, als der Antrag, die Aufsichtsräte im Block zu entlasten, abgelehnt wurde. Es musste einzeln abgestimmt werden, und so erhielten einige ehemalige und noch amtierende Aufsichtsräte (der inzwischen verstorbene Ralph Burkei, Josef Hilz, Monika Hohlmeier) keine Entlastung, andere wurden nur knapp entlastet. Als sich Dr. Stefan Ziffzer einmischte, merkte man deutlich, woher der Wind wehte.

Der vom Wahlausschuss vorgeschlagene Block von Aufsichtsräten war ein Kompromiss, den man in vielen Treffen ausgehandelt hatte: In den Aufsichtsrat wurden vier uns nahestehende (Walter Rauh, Christoph Öfele, Christian Waggershauser, Willi Mantel), drei der Arbeitsgemeinschaft nahestehende (Josef Brauner, Alfred Heiß, Otto Steiner) und zwei sogenannte neutrale Aufsichtsräte (Christian Ude, Dr. Peter Lutz) gewählt. Trotz vieler Bedenken im Vorfeld bekam dieser Vorschlag eine überwältigende Mehrheit und der neu gewählte Aufsichtsrat bestellte in einer späteren Sitzung Dr. Albrecht von Linde zum Präsidenten und Karsten Wettberg und Otto Steiner zu Vizepräsidenten.

Den Erfolg bei der DV feierte man anschließend feucht-fröhlich mit vielen Freunden und Mitgliedern im „Tegernseer“ nahe des Nockherbergs.

Wie es weiterging, ist bekannt: Otto Steiner trat bald zurück und wurde durch Franz Maget ersetzt, Dr. Albrecht von Linde vertrug sich nicht mit Geschäftsführer Dr. Stefan Ziffzer, und nach der Brandrede des Geschäftsführers Finanzen wurde zunächst dieser entlassen, und schließlich traten auch von Linde und Wettberg zurück.

PRO1860 ließ sich jedoch nicht entmutigen. Man schloss Bündnisse mit anderen Fanorganisationen, traf sich mit Fanclubs, die der Arbeitsgemeinschaft angehörten, organisierte mehrere Stammtische, Auswärtsfahrten und Feste und versuchte, die Gräben, die die Fangemeinschaft trennten, langsam zuzuschütten - was nicht immer und überall, aber oft und an einigen Stellen gelang, z. B. bei der Mithilfe bei der Spendensammlung für eine teure Behandlung eines an Krebs erkrankten Mitglieds der „Griawign“.

Einige der Gründungsmitglieder hatten sich zurückgezogen, andere traten – nicht zuletzt durch die Aktionen „X-Tausend“ und „XX-Tausend“ – PRO1860 bei und übernahmen Aufgaben.

Der Abrissbeschluss des Sechzgerstadions wurde – nicht zuletzt dank der Bemühungen von PRO1860 und den FdS – auf Eis gelegt, und Mitglieder von PRO1860 arbeiteten bei einer Satzungskommission mit, die (leider vergeblich) ein Jahr lang versuchte, die Satzung des TSV zu demokratisieren. Außerdem engagierten bzw. engagieren sich Vertreter von PRO1860 in einigen Gremien des Vereins (Ehrenrat, Fanrat, diverse Arbeitsgruppen) und versuchten bzw. versuchen dort durch Sachverstand zu überzeugen und zu unterstützen.

Bei der Mitgliederversammlung am 29. November 2008 im „Heppel & Ettlich“ in Schwabing wurde der Vorstand neu gewählt und erweitert. Zum ersten Vorsitzenden wurde Dr. Andreas Petri, zum zweiten Vorsitzenden Arnim Hackl gewählt. Kassier wurde erneut Daniel Graßold, das Amt des Sprechers wurde erneut Hans Vonavka übertragen, und Schriftführerin blieb Barbara Hilbert-Rieger. Dem erweiterten Vorstand gehörten nach der Wahl Stephanie Dilba und Josef Wensauer an; zu Kassenprüfer gewählt wurden weiterhin Petra Wagenbüchler und neu Thomas Fischer.

Eine neue Dimension der Zusammenarbeit ergab sich durch die Verwirrungen um die Investorengeschichte im Januar/Februar 2009: Binnen kürzester Zeit konnten sich alle Fanorganisationen des TSV München von 1860 auf eine gemeinsame Presseerklärung einigen, in der dem Präsidium der Rücken gestärkt und gegen die unreflektierten Rücktrittsforderungen der Medien protestiert wurde.

 


 
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